Johanna von Orleans
© Jänner 2000 Thompson

Jeanne d'Arc

Originaltitel: Jeanne d'Arc



Director: Luc Besson
Milla Jovovich, John Malkovich, Faye Dunaway, Dustin Hoffman

Runtime: 160 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
France 1999

Fast jeder kennt die Geschichte der Johanna von Orleans. Man hat entweder davon gehört, die Geschichte gelesen, den Stoff im Geschichteunterricht vorgekaut und aufgetischt erhalten, oder aber einen der unzähligen Filme zu diesem Thema gesehen.

Nun hat sich auch Luc Besson an ein Thema gewagt, das fast so abgedroschen ist wie zum Beispiel Dracula, nämlich an Johanna von Orleans. Der Stoff als solcher gibt auch nicht allzuviel Raum frei, denn mehr oder weniger muss sich auch Luc Besson an die geschichtlich überlieferten Tatsachen halten: Johanna wurde um das Jahr 1412 geboren, mit 13 Jahren musste sich bei einem Überfall der Engländer aus ihrem Versteck mitansehen, wie ihre um 5 Jahre ältere Schwester zuerst getötet und dann auch noch vergewaltigt wurde. Dann macht sie sich auf Charles, dem zukünftigen König Frankreichs, um in seinem Namen für die Befreiung Frankreichs zu kämpfen. Nachdem sie erfolgreich Reims befreit hat und es dadurch Charles erst ermöglicht hat, gekrönt zu werden, läßt dieser sie aber wie eine heisse Kartoffel fallen und bleibt auch untätig, als sie gefangengeommen, verhört, den Engländern ausgeliefert und schließlich am Scheiterhaufen verbrannt wird.

Als Hauptdarstellerin hat sich Luc Besson, wie schon im fünften Element wiederum Milla Jovovich geholt. Diese macht ihre Sache auch ausgezeichnet. Und immer, wenn sie im Mittelpunkt des Geschehens ist, versteht sie es, nicht nur die Soldaten, sondern auch die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Bis auf den Captain der Soldaten (Christan Barbier) sowie Johannas Gewissen (Dustin Hoffman) verblassen neben ihre alle Figuren auf der Leinwand. Interessant an der Figur der Johanna ist nur, dass sie, nachdem sie ihre blonden Haare abgeschnitten hat, plötzlich braune Haare hat.

Wie schon oben erwähnt sind Dustin Hoffman als Johannas Gewissen und Christian Barbier neben Milla Jovovich die herausragenden Personen auf der Leinwand. Dustin Hoffman als Johannas Gewissen hat keine wirklich schwere Aufgabe: er muss nur auf einer schwarzen Kapuze hervorschauen und sie auf ihre eigenen Denkfehler aufmerksam machen, aber die Ausstrahlung, die dabei von ihm ausgeht, ist einfach grossartig. Auch die Darstellung des Captains von Christian Barbier ist herausragend.

Auch die anderen Schauspieler spielen nicht schlecht, können aber den oben erwähnten nicht das Wasser reichen.

Die Musik in diesem Film ist meist, so wie die Aufnahmen auch, bombastisch und passt eigentlich auch immer recht gut zu den Bildern.

Alles in allem ein Film, der lang ist (160 Minuten!), dem man aber bis auf wenige Szenen gleich am Anfang die Überlänge nicht anmerkt. Allerdings muss man bereit sein, einen Film des späten Mittelalters mit einige Kampfszenen zu sehen. Ansonsten wird man - wie ich eben auch - diesen Film zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut finden können.