Nur noch 60 Sekunden
© August 2000 Thompson

Gone in Sixty Seconds

Originaltitel: Gone in Sixty Seconds



Director: Dominic Sena
Nicolas Cage, Giovanni Ribisi, Angelina Jolie, Delroy Lindo, Vinnie Jones

Runtime: 117 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2000

Memphis Raines (Nicolas Cage) war einer der besten Autoknacker. Nach einem letzten Coup hat er sich auf Bitten seiner Mutter (und damit ihm sein Bruder nicht nachschlägt) aus dem illegalen Geschäft zurückgezogen und geht jetzt einem ehrlichen Job als Mechaniker nach. Nur leider hat das alles nicht geholfen, denn knappe 5 Jahre später ist sein Bruder Kip (Giovanni Ribisi) trotzdem Autoknacker und steht vor einem Problem: Er hat den Auftrag 50 Nobelkarossen zu klauen 4 Tage vor der Deadline insoweit versaut, dass zwar noch niemand im Gefängnis ist, aber alle bisher geklauten Autos weg sind. Raymond Calitri (Christopher Eccleston), der Auftraggeber ist davon natürlich nicht wirklich davon begeistert. Also läßt er Memphis aus der Versenkung holen und droht ihm, seinen Bruder umzubringen, sollte er nicht innerhalb von 72 Stunden alle 50 Autos klauen. Also macht Memphis, was ein grosser Bruder so machen muss und trommelt seine alte Truppe zusammen, um seinen Bruder zu retten.

Der Film ist, wie nicht anders zu erwarten schnell geschnitten und fast ständig in Bewegung. Viele Autos sieht man in vielen kurzen Schnitten. Manche davon sind leider doch etwas zu kurz. So sieht man kurzzeitig Ferraris, Corvettes und Porsches. Der einzige Wagen den man länger sieht, ist der 67-er Mustang Shelby, den Memphis ganz zuletzt stiehlt und mit dem ihn ein inniges, ja fast intimes Verhältnis verbindet. Aber warum ist es ausgerechnet der Shelby, der nicht wirklich gut auf der Strasse liegt und kaum Topspeed vorweisen kann, der die Ehre hat, die Hauptrolle in der einzigen wirklichen Verfolgungsjagt (und das dann auch noch mit einem Sprung über einen Autotransporter), das wird wohl den meisten Leuten für immer ein Rätsel bleiben, ausser die Antwort ist die, dass alle anderen Autos europäisch sind, der Shelby aber ein waschechter Amerikaner.

Aber wie dem auch sei, die Schauspieler in diesem Film sind nicht von schlechten Eltern. Nicolas Cage hat eigentlich die einzige Rolle, die wirklich tiefer behandelt wird und er füllt sie auch aus (zur Abwechslung mal nicht mit einem weinerlichen Gesichtsausdruck) und zwar fast in der Tradition von Con Air. Es ist immer wieder eine Freude, ihm zuzuschauen, vor allem wenn er auf ein Auto zugeht, es schon fast begrüßt und es dann um Verzeihung bittet, dass er es entwenden muss. Zumindest genauso eine Freude ist es, Angelina Jolie auf der Leinwand zu sehen. Ihre Rolle ist zwar nicht wirklich ausgeprägt, aber ihr wird zumindest noch einiges an Zeit an der Leinwand gegönnt. Giovanni Ribisi spielt Memphis kleinen Bruder auch gut. Er kann nicht so cool sein wie sein grosser Bruder Memphis und ist hektischer als dieser, aber das geht sehr in Ordnung so. Immer wieder eine Freude ist es, Vinnie Jones zuzuschauen, auch bekannt als Big Chris in Bube, Dame, König, grAS. Nur ist er hier nicht so gesprächig. Immer noch ist er allerdings brutal, wobei er dazu nicht immer was tun muss. Meist genügt auch schon ein dunkler Blick.

Ausserdem sollte jeder versuchen, diesen Film in Digitalsound zu sehen (wenn möglich SDDS oder DTS), denn der Sound in diesem Film ist wirklich vom feinsten. Von der Story her nicht wirklich umwerfend (aber es gibt viele Filme mit einer noch seichteren Geschichte), aber vom Sound und von der Aktion her sehenswert.