Fucking Åmål
© November 2000 Jake

Fucking Amal

Originaltitel: Fucking Åmål

Jag ska aldrig mer bli ihop med nån. Jag ska bli celibat.

Director: Lukas Moodysson
Alexandra Dahlström, Rebecka Liljeberg, Erica Carlson, Mathias Rust, Stefan Hörberg

Runtime: 89 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
Schweden 1998

Wenn ich dem geneigten Leser ankündigte, an dieser Stelle einen schwedischen Film über zwei lesbische Teenager besprechen zu wollen, welche Assoziationen würde das auslösen? Die Legenden über den angeblich besonders offenen Zugang der "Schwedinnen" zu Erotik und Sexualität - letztlich ausgelöst durch die besonders frühe und durchgreifende Frauenemanzipation in Nordskandinavien - sind Legion. Dem hier zu rezensierenden aktuellen Werk des Autors und Regisseurs Lukas Moodyson sind solche Assoziationen ganz offensichtlich egal. Er versucht sie weder zu wiederlegen noch zu bestätigen. Wer dem Film vorschnell das Etikett "schwedischer Jungmädchenfilm" angeheftet hätte, müßte es nach der Besichtigung des Werks nicht einmal entfernen. So entspannt und selbstbewußt gehen die Macher mit ihrer Geschichte und mit deren Thematik um, daß sie ihr augenzwinkernd sogar noch den leicht irreführenden Titel "Fucking Amal" (deutscher Verleihtitel: Raus aus Amal) gegeben haben. Das spricht für Größe.

Die Handlung der Geschichte: Die fünfzehnjährige Agnes findet in der fremden Stadt, in welche sie mit Eltern und älterer Schwester gezogen ist, keine Freunde, vereinsamt und verzweifelt. Darüberhinaus ist sie unglücklich verliebt und, als ob das noch nicht genug des jungen Leidens wäre, nicht in einen Jungen, sondern in ein Mädchen, die Schönheit der Schule, Elin. Als alles bereits verloren scheint, kommt sie durch einen grotesken Zufall mit Elin in Kontakt, welche ihrerseits nach langen inneren Kämpfen ihre Gefühle für Agnes entdeckt und schließlich den Mut findet, zu ihrer Homosexualität und zur verfemten Außenseiterin Agnes zu stehen.

In den Dialogen und Bildern ist der Film trashig und erfrischend unbekümmert (In welchem Film hat man zuletzt eine ruckelige Zoomeinstellung auf einen Radiowecker gesehen?) Ein bißchen fühlt man sich an die Foto-Lovestories diverser Jugendzeitschriften erinnert - und schwelgt in fast verschütteten Erinnerungen. Fucking Amal ist sexy, komisch und sentimental zugleich, eine Leistung welche viele Vertreter des in Hollywood gerade besonders beliebten Genres der "Romantic Comedy" oft auf schmerzliche Weise schuldig bleiben.