Der Chill Faktor
© März 2000 Aleks

Chill Factor

Originaltitel: Chill Factor

This Fall, Action is served on the rocks, with a Twist.

Director: Hugh Johnson
Cuba Gooding Jr., Skeet Ulrich, Peter Firth

Runtime: 101 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 1999

Ich gebe zu, dass ich schon viele Actionfilme gesehen habe. Ich gebe weiters zu, dass ich verdammt viele Actionfilme gesehen habe. Und weiters sei noch zugegeben, dass ich nicht unbedingt ein wirklicher Fan von wilden Verfolgungsjagden, Explosionen am laufenden Band und coolen Sprüchen in Krisensituationen bin. Ob das nun von der Anzahl des bisherig Gesehen abhängt oder mir das Genre auch so nicht immer gut bekommt, sei im Moment außer Acht gelassen.

Doch betrachten wir einmal den heutigen Fall. Rein optisch macht er ja eine ganz gute Figur. Schon am Eingang blicken zwei verbissen, und sichtlich unter Stress stehende Personen (der bekannte davon Cuba Gooding Jr.) auf mich von einem sehr in Bewegung gehaltenem Plakat herab. Da das eine Sneak war, hab ich das natürlich erst später erfahren. Auch die Anzahl der Explosionen, spritzendes Blut (sichtbar), sich überschlagende Autos und abgefeuerte Kugeln pro Filmminute hält sich wirklich angenehm in Grenzen.

Doch schließen wir diese oberflächliche Betrachtung ab und gehen wir etwas tiefer. Da haben wir einmal die Story. Einmal gefunden und verstanden läßt sie sich in maximal zwei Sätzen zusammenfassen. Ein zu unrecht verurteilter Armeeoffizier nimmt Rache an der Army und an Amerika, indem er eine wirklich tödliche chemische Waffe an sich bringt (die bei 50 Grad Fahrenheit expoldiert), wegen deren damals fehlgeschlagenem Testversuch er für 10 Jahre ins Gefängnis mußte. Sie da, nur ein Satz. Hoppala, jetzt habe ich noch die Protagonisten vergessen. Ein ewiger Verlierer, der Ernste, und "Komödientrottel" Cuba Gooding Jr., der Lustige, vereiteln den genial geplanten Coup.

Die Dialoge werden halt so gesprochen, ohne Tiefgang und wirklichen Sinn. Die Bösen sehen in ihren Lederzeug wirklich ..... gestylt böse aus und sagen, ausser bei den Sterbeszenen auch nicht wirklich viel.

Doch kommen wir zum interessanten Punkt: Der Logik. Auch bei einem Actionfilm nicht zu unterschätzen. Hier ein kleiner Filmausschnitt: Auf einer stark befahrenen (wichtig), asphaltierten (das wird auch noch wichtig) engen Bergstraße fahren unsere Helden mit ihrer tödlichen Fracht im Eiswagen auf ebendieser, verfolgt von den bösen, schwarzen Männern. Die bleiben, nach strategischem Befehl des Majors weiter oben stehen und beginnen schon einmal die Panzerfaust zu laden. Was der Zuschauer nun nicht vermutet, für den Bösewicht aber sonnenklar war, ist ein Tankwagen, der ein paar Straßen unter dem Eiswagen fährt. Sein Können zeigt das Böse, indem es mit einer ungelenkten Rakete auf einen fahrenden LKW aus ein paar hundert Meter Entfernung schießt (ja er trifft), dieser explodiert und die Straße zerstört. Währenddessen die zwei Guten versuchen diese Lücke zu überqueren, frägt man sich kopfkratzend, wo den die 15 anderen Autos hingeblieben sind? Haben sich die den Hang hinuntergestürzt? Oder sind alle wieder zurückgefahren? Nun, das Loch ist ob dieser Denkpause wieder überwunden und die zwei fahren weiter, natürlich mit dem gewohnten Gegenverkehr, der ihnen dann auch zum Verhängnis wird, da sie in ein anderes Auto fahren und umstürzen. Ja, auch das hielten wir nicht für möglich, auf einer Sandstraße. Hmmm... aber die sind doch keinen Kilometer gefahren, denkt man sich, aber der Film geht weiter und man will nichts versäumen. Von solcherart unlogischen Dingen gibt es übrigens mehr in diesem Machwerk.

Das Ende ist übrigens genau so, wie man es sich nach den ersten Minuten erwartet hat und wirklich nicht der Rede wert.

Genug der Betrachtung, ich will nichts mehr sehen davon und darüber schreiben. The Chill Faktor ist Action aus der untersten Drehbuchschublade mit Geheimfach. Für Freunde des Genres Sperrzone, und für den unschuldigen Rest, der dachte der Film sei gut: Nun.... Schad` ums Geld.