Die Asche meiner Mutter
© April 2000 Thompson

Angela's Ashes

Originaltitel: Angela's Ashes



Director: Alan Parker
Robert Carlyle, Emily Watson, Michael Legge

Runtime: 145 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
Ireland / USA 1999

Irische Emigranten hatten es immer schon schwer. Noch schwerer wird das Leben für diese Emigranten aber, wenn die Familie zur Hälfte aus Nordirland und zur anderen Hälfte aus der Republik Irland stammt und ein Teil katholisch und der andere Teil protestantisch ist.

In dieser Autobiographie von Frank McCourt erleben wir einen Teil der Familiengeschichte der McCourts aus der Sicht des jungen Frankie. Zuerst wie reisen sie nach einem schweren Schicksalsschlag von New York wieder zurück nach Limerick in Irland wo sie versuchen, Fuß zu fassen. Aber aufgrund des gemischten religösen Hintergrunds erweist sich auch das arme Irland nicht als die Beste Wahl. Erschwerdend kommt noch dazu, daß Malachy McCourt (Robert Carlyle) einen Hang zum Trinken hat und jedes Geld das er in seine Finger kriegt in Guinness investiert, die meiste Zeit aber arbeitslos ist, aber zu stolz, betteln zu gehen. Angela (Emily Watson) schafft es trotzdem irgendwie, die Familie durchzuschlagen. Und später versucht auch Frankie - eben im Gegensatz zu seinem Vater, den er aber trotzdem liebt - das seine zum Erhalt der Familie beizusteuern.

Robert Carlyle hat sich mal wieder eine sehr zwiespältige Rolle gesucht. Zum einen ist er der liebevolle Familienvater, der morgens mit seinen Söhnen die Gegend rund um Limerick erkundet und ihnen fantastische Geschichten erzählt, dann wiederum wird er plötzlich der vergeblich nach Arbeit suchende Arbeitlose und schlußendlich (und das immer abends) der Säufer, der sein ganzes Geld in Guinness investiert, in der Hoffnung, sein Elend zu vergessen und von allen anderen auch akzeptiert zu werden. Und jede dieser drei Rollen nimmt man ihm ab. Er ist zwar der Bösewicht in diesem Film, der das Geld der Kinder nicht nach Hause bringt, sondern es lieber vertrinkt, aber trotzdem kommt der Zuseher nicht umhin, ihn auch zu verstehen. Man kann ihm nicht aus ganzem Herzen böse sein.

Gleichzeitig versteht es Emily Watson aber auch ausgezeichnet, die Gefühle von Angela dem Zuseher begreiflich zu machen. Man sieht ihre unendliche Traurigkeit, wann immer sie von ihrem Mann enttäuscht wird, gleichzeitig sieht man aber auch, daß sie ihn immer noch liebt und die Hoffnung nicht aufgegeben hat, daß er sich vielleicht doch noch zum Guten bessert.

Auch die drei Darsteller von Frank McCourt (Joe Breen, Ciaran Owens, Michael Legge) spielen gut und passen auch zueinander.

Man muss Alan Parker wirklich zugutehalten, daß er aus der Geschichte nicht genau das gemacht hat, was man sich von einer normalen Hollywoodproduktion eigentlich erwartet, nämlich einen Film, der nur auf die Tränendrüse abzielt. Denn obwohl der Film als solcher traurig ist und dies auch durch die Bilder immer wieder unterstrichen wird (man beachte nur den fast andauernden Regen und die nassen, dreckigen Gassen, die wir andauernd sehen), so bemüht sich Alan Parker jedoch nicht, die Tränendrüse über Gebühr zu belasten. Denn es wäre ein leichtes, aus dem Film einen der Lieblingsfilme der Papiertaschentuchproduzenten zu machen. So aber muss man sagen, Hut ab vor dem Regisseur und ihm gebührt ein grosses Lob, denn er hat mit diesem Film einen ausgezeichneten, sehr sehenswerten Film geschaffen.