American Beauty
© Jänner 2000 Aleks

American Beauty

Originaltitel: American Beauty

... look closer

Director: Sam Mendes
Kevin Spacey, Annette Benning, Thora Burch, Mena Suvari

Runtime: 121 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 1999

Amerika: Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Land der Spinner, Verrückten und Genies. Land des Hotdogs und des Bigmacs, Land des Vorgartens mit Garagenauffahrt, weißem Gartenzaun und Rosenhecken. Auf den ersten Blick wirken diese Vorortsiedlungen, inklusive Garten, Auffahrt und weißem Gartenzaun, idyllisch, friedlich und harmonisch. Jeder hat sein Haus und jeder ist mit sich selbst im Reinen. Doch wie so oft trügt der Schein. Bei den Burnhams ist Ehealltag eingekehrt. Pappa Burnham (Kevin Spacey)hat sich selbst schon vor Jahren aufgegeben. Mama Carolyn (Annette Benning), mehr oder weniger erfolgreiche "Maklerin", kann ihren Mann, in folge Lester genannt, nicht mehr ausstehen, von Töchterchen Jane (Thora Birch) ganz zu schweigen. Sie haßt ihren Vater, weil er so ein Verlierer ist und ihre Mutter, weil sie einfach ihre Mutter ist. So hangeln sich die Burnhams nun von Tag zu Tag, im selben Trott, im selben Rhythmus. Bis zu dem bedeutungschwangeren Abend, an dem Lester, bei einem befohlenen Besuch eines Basketballspiels, Jane ist natürlich Cheerleader, Angela (Mina Suvari) erblickt und sich sofort in sie verliebt. Angela ist übrigens ebenfalls Cheerleaderin, gutaussehend und Jane`s beste Freundin. Wenn etwas passiert, dann gleich auf zweifache Art und Weise, denn in das Nachbarhaus der Lesters ziehen die Fitts ein, Vater U.S. Marine (Chris Cooper), Mutter (Allison Janney) in anderen Spähren und Sohn Ricky (Wes Bentley) ist Drogendealer und Hobbyfilmer. In Folge erblüht Lester zu neuem Leben und erwacht aus seinem Heiratscoma, Carolyn verfällt Buddy Kane (seines Zeichens erfolgreichster Häuserverkäufer weit und breit) und Jane dem lieben Ricky Fitts.

Die kurze Einführung in die Handlung liest sich wie das Drehbuch zu einer Staffel von "Reich und schön", ist aber genau das Gegenteil. Sam Mendes ist wahrlich ein Meisterwerk gelungen. In unzähligen kleinen Szenen gibt er uns Einblick in das Gefühlsleben und die Stärken und Schwächen seiner Charaktere. Schon fast genial das Video von Rickiy Fitts, von dem er (Ricky) selbst behauptet, daß das sein allerschönstes ist. Der Film ist jedoch weit davon entfernt eine Komödie zu sein. Abseits des Humors gibt es aber auch sehr oft sehr ruhige Szenen, getragen von einer fast hypnotischen Musik, den Kinobesucher in ihren Bann ziehend, ihn mitreißt und dann atemlos wieder in den Kinosessel zurücksetzt. Überhaupt gehört die musikalische Untermalung zu dem Besten seit langem. Gebannt bleibt man bis zum Ende der Credits sitzen und erst dann gelingt es sich langsam zulösen und wieder in die Realität zurückzufinden.

Auch die einzelnen Szenen werden perfekt unterlegt, teilweise wird eine einzelne Szene vier- bis fünfmal wiederholt. Einfach unglaublich die Kameraführung. Doch auch die Schauspieler geben ihr Bestes. Kevin Spacey (bekannt aus "Sieben") und Annette Benning zeigen was sie können und spielen einfach hervorragend. Bevor ich den Film hier in Bereiche lobe die nie mehr überboten werden können, noch schnell das Resümee:

American Beauty ist wohl die Überraschung des Jahres und hat wohl die schlechteste Vorschau des Jahres. Deswegen: Laßt Euch nicht von dem Trailer verwirren! Der Film ist genial und jeden Schilling wert!